In der ganzen Schweiz führen junge Menschen stundenlange Diskussionen über politische Dokumente. Diese werden am Kongress der RKP über ganze vier Tage hinweg noch vertieft. Was bringt all diese jungen Menschen dazu, so viel Zeit und Energie zu investieren?
Julia aus Zürich berichtet, dass sie noch immer vom letzten Weltkongress beeindruckt ist, weil dort die globale Situation klar erklärt wurde – etwas völlig Neues für sie. Für Simon aus Bern wird es die erste Teilnahme an einem Kongress sein. Bei den Vorbereitungen erzählt er: «Alle haben immer gesagt, dass die Perspektiven-Diskussionen Spass machen. Ich konnte mir kaum vorstellen, wie es Spass machen soll, vier Stunden lang über ein Dokument zu sprechen. Aber jetzt weiss ich es: Sich mit den Fragen und Meinungen der anderen auseinanderzusetzen, war enorm bereichernd. Es war keine Minute langweilig oder überflüssig. Denn wir haben gemeinsam besser verstanden, wohin sich die Schweiz entwickelt und was unsere Aufgabe ist. Am Ende bin ich nicht vier, sondern sechs Stunden geblieben.»
Die Ideen und Argumente aus den Dokumenten bleiben jedoch nicht im Studierzimmer, sondern werden aktiv nach aussen getragen. Uygar berichtet von einem Zeitungsverkauf vor der Universität in Bern: «Immer weniger Menschen haben heute Angst, über Revolution zu sprechen. Kaum jemand bezweifelt, dass es der heutigen Gesellschaft an echter Demokratie fehlt und, dass Kriege sowie imperialistische Politik von den Reichen vorangetrieben werden. Deshalb stosse ich bei meinen Gesprächen über die sozialistische Revolution immer mehr auf offene Ohren. Das zeigt, dass wir in eine neue Phase des Klassenkampfs eintreten.»
Genau diese Schicht von Menschen, die bereits heute offen für revolutionäre Ideen ist, wollen wir organisieren. Der Kongress der RKP bringt solche Erfahrungen zusammen und hilft allen Mitgliedern zu klären, wie wir diese Menschen wirklich überzeugen können. Dort wird die Strategie diskutiert, mit der wir den Weg zu einer erfolgreichen Revolution ebnen können.
Darum freut sich auch Jessica auf den nächsten Kongress: «Der Kongress vor fünf Jahren hat mein Leben verändert. Dort habe ich zum ersten Mal wirklich verstanden, welche Rolle ich konkret in der Revolution habe. Ich wurde dazu aufgefordert, mein Leben der Revolution zu widmen – und genau das habe ich getan.»
Schweiz — von Sereina Weber, Genf — 12. 05. 2026
Nah-Ost — von Jorge Martín, marxist.com — 08. 05. 2026