Teile alle Fragen, Meinungen und Erfahrungen mit dem Kommunist :
Seit der letzten Ausgabe der Zeitung haben uns mehr als 30 Personen kontaktiert, um aktiv am Kampf für den Kommunismus mitzumachen! Sie alle sind auf die RKI gestossen, weil sie ein Plakat, einen Sticker oder einen Post in den sozialen Medien mit dem Slogan «Der Kommunismus braucht dich, organisier dich!» gesehen haben. Auf die Frage «Warum möchtest du aktiv werden?» erreichen uns jeden Tag inspirierende Antworten. Hier eine Auswahl davon:
Bern:
«Ich wollte der RKP schon länger beitreten, weil ich der Meinung bin, dass wir eine Revolution brauchen. Ich suche auch Genossen mit der gleichen Meinung wie ich.»
Schwyz:
«Ich finde diese Welt so kaputt und will sie unbedingt ändern. Ich bin nicht stark informiert bezüglich Kommunismus, aber weiss, dass es definitiv am ehnsten mit meiner persönlichen Meinung übereinstimmt und ich denke, dass in dieser Partei sicher Leute freudig mir helfen, mich besser aufzuklären! Ich weiss natürlich um die Grundprinzipien von Marx bescheid und es pisst mich sehr an, wie die Reichen mit allem davon kommen (Menschenhandel, Ausbeutung, etc.) und Geld mag ich nicht.»
Waadt:
«Ich identifiziere mich stark mit dem historischen Materialismus und bin der Überzeugung, dass die Revolution, und nicht Reformen, der einzige Weg ist, den Kurs des Kapitalismus und der industriellen Gesellschaft zu ändern. Ich finde, dass die Technologie die Ausbeutung der Minderheit und der arbeitenden Klassen vergrössert. Wir sind jedoch in einer einmaligen historischen Lage die Technologie zu nutzen, um die Umstände zu verändern. Ich bin bereit aktiv zu werden und meine Fähigkeiten einzusetzen.»
Genf:
«Ich halte meine Passivität angesichts der Zerstörung der Welt durch den Kapitalismus nicht mehr aus. Die Klimakatastrophe, der Aufstieg der Rechtsextremen und die Herrschaft des Kapitals über unser Leben und unsere Beziehungen sind für mich unerträglich. Ich möchte mich konkret engagieren, um zu versuchen, einen Unterschied zu machen.»
Jura:
«Ich will die Grundbesitzer, Lobbys, verschmutzenden Bauern und diese Arschlöcher, die uns regieren, indem sie Kriege für ihre Bereicherung anzetteln, brennen sehen? Ich kann auch die monotheistischen Religionen, ihre Dogmen, ihre Heuchlerei und ihre internen Konflikte nicht mehr ertragen. Ich habe die Schnauze voll von diesen Institutionen, die uns zerstören! Verbrennen wir sie und teilen wir uns ihren Besitz»
… und die gleiche Person, ein paar Tage später …
«Als ich an meine vorherige Nachricht zurückgedachte, habe ich realisiert, dass ich zu scharf und ungeschickt war. Ich möchte mich dafür entschuldigen! Mein Interesse an der RKP ist tief aufrichtig. Über meine legitime Wut angesichts der sozialen Ungerechtigkeiten und der Ausbeutung hinaus suche ich ein ernsthaftes, strukturiertes und konstruktives politisches Engagement. Ich möchte an eurer Seite lernen, mich in der marxistischen Theorie ausbilden und konkret an euren Aktionen teilnehmen.»
Maximal sechs Milliarden Franken würden neue F-35-Kampfjets kosten, sagte der Bundesrat 2020. Eine hauchdünne Mehrheit (50,1 %) stimmte dem Kauf damals zu. Zweifel, ob die Jets nicht doch teurer werden könnten, kehrte er unter den Teppich. Für die Jets sei ein «pauschaler Fixpreis» mit den USA vereinbart worden, versicherte die damalige VBS-Chefin Amherd dem Parlament viermal.
Nachdem der Bundesrat letztes Jahr zugab, dass die Jets doch mehr als eine Milliarde teurer würden, hat sich eine Untersuchungskommission mit dem Fall beschäftigt. Und sie ist zum Schluss gekommen: Einen Fixpreis hat es nie gegeben. Bei Rüstungskäufen über die US-Regierung ist ein solcher rechtlich gar nicht möglich. Der Bundesrat hat die Bevölkerung also jahrelang belogen.
Ob Absicht dahinter steckt oder nicht? «Auf eine bewusste Täuschung gäbe es keine eindeutigen Hinweise», sagt die Kommission. Damit zeigt sie den Zweck solcher Kommissionen: Einzelne Malheurs individueller Akteure aufdecken, um damit gleichzeitig den systematischen Betrug zu verschleiern.
Denn es ist systematischer Betrug. Der Bundesrat muss aufrüsten, um die Interessen seiner imperialistischen Bourgeoisie militärisch abzusichern. Die Herrschenden wollen die Arbeiterklasse dafür bezahlen lassen. Dazu sind die Arbeiter aber nicht bereit. Mittlerweile sind zwei Drittel gegen die Beschaffung der Jets. Drei Viertel lehnen eine Mehrwertsteuer-Erhöhung für mehr Aufrüstung ab. Will heissen: Der Bundesrat muss die Bevölkerung hintergehen. Was hättest du in dieser Situation als Bundesrat anderes gemacht, als zu lügen?
Egal ob Kampfjet-Kauf, Pandemie-Bekämpfung oder Banken-Rettung: Der Bundesrat vertritt nie «das Volk». Er tut nur so, um der Diktatur der Bourgeoisie einen demokratischen Anstrich zu geben. Doch die Politik im Interesse weniger Grosskapitalisten gerät in der Krise immer stärker in Widerspruch mit dem Interesse der Arbeiterklasse, der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung.
Darum merken immer mehr Leute: Diese Demokratie funktioniert nicht für uns. Das stimmt. Wir leben in einer bürgerlichen Demokratie, in einem Klassenstaat der Bourgeoisie.
Am 22. August ist die Berner Frauenklinik nach 8 Jahren Sanierung ins Marie-Colinet-Haus zurückgekehrt. Ihre Geschichte zeigt, was Kapitalisten und ihr Staat mit unserem Gesundheitswesen anrichten: Von Anfang an wurde gespart, gepfuscht und vertuscht. Das Gebäude verschlang Hunderte Millionen, doch für den Umzug brauchte es 36 freiwillige unbezahlte Insel-Mitarbeitende, die die Patientinnen ins neue Haus schoben.
Die Geschichte der Klinik beginnt mit Sparen. 1998 ging der Bauauftrag an die Göhner Merkur AG. Ihre Offerte lag 15 Prozent unter der Konkurrenz. Wie ging das? Durch schlechte Arbeitsbedingungen und Pfusch. Handwerker klagten, sie seien nicht bezahlt worden. Schon 7 Jahre nach der Einweihung klafften Risse in der Fassade und man musste Stahlklammern anbringen, damit der Bau zusammenhält. 3’600 Baumängel wurden gezählt und eine Untersuchung ergab, dass das Haus nie den Erdbebennormen entsprach. 2013 stürzte im laufenden Spitalbetrieb eine 250 Kilo schwere Betonstufe ab. Nur durch Glück wurde niemand verletzt. Die Ursache war die schlampige Bauausführung. «Bei der Treppenmontage wurde gebastelt», sagte ein Sachverständiger zur Berner Zeitung. So funktioniert Profitlogik.
Warum ist das nicht aufgeflogen? Weil der Staat es nicht wollte. Noch 1998 warnte die Baufirma den Kanton schriftlich: Rostet ein einziger Fassadenträger durch, stürzt das Gebäude ein. Das kantonale Hochbauamt ignorierte die Warnung, es wollte sein «Prestigeprojekt». Es setzte die Firma unter Druck und drohte, sie beim nächsten Grossauftrag nicht mehr zu berücksichtigen.
Haftbar für die Pfuscherei und Planungsfehler ist: niemand. Die Garantiefrist lief 2007 ab. 2018 musste die Klinik ausziehen. Das Spital wurde ausgehöhlt und bis auf die Gebäudehülle saniert. Geplant waren 100 Millionen, am Ende kostete es 230 Millionen, fast doppelt so viel wie der Neubau damals. Es gilt als grösstes Baudebakel des Kantons Bern. Die Kapitalisten pfuschen, der Staat schaut weg. Das Versagen liegt bei beiden zusammen.
Und nach der Sanierung? Da ist die Tiefgarage zu niedrig für die Ambulanzen! Notfallpatientinnen, also Frauen in den Wehen, die einen Notkaiserschnitt brauchen, werden deshalb durch die öffentliche Eingangshalle geschoben, dann durch den Warteraum, um einen rechten Winkel und durch eine schmale Tür. Die Klinikleitung wusste das. Sie sagen, es sei: «Nicht optimal». Das alles, doch kein Rücktritt, keine Rückforderung.
Zwei Dinge sind klar. Erstens: Profit hat im Gesundheitswesen nichts verloren. Der Gewinn ist privat, den Schaden zahlen wir mit Prämien, Steuern, Überstunden und schlechterer Gesundheitsversorgung.
Zweitens: Von den Kapitalisten und ihren Politikern kommt keine Lösung. Sie haben diesen Pfusch bestellt, gedeckt und nachfinanziert.
Diejenigen, die das Spital bauen und im Spital die Betten schieben, müssen die Kontrolle über solche Bauprojekte haben!
Die bürgerliche Printpresse steht vor dem Massenaussterben. Nach der Papierausgabe von 20 Minuten und Le Matin, ist es an den wöchentlichen Gratis-Zeitungen GHI in Genf und Lausanne Cités ihre Tore zu schliessen. Dazu kommt noch das Verschwinden von zwei der drei grossen Tamedia Druckereien (Bussigny und Zürich). Die Schuld daran, so sagen sie uns, habe die schreckliche Plage, die das Internet und die sozialen Medien darstellen.
Natürlich sind sich alle einige, dass die grossen Tech- und Internet-Kapitalisten das Leben unserer bürgerlichen Freunde im Journalismus gehörig schwer gemacht haben. Aber diese lieben Damen und Herren an der Spitze von Tamedia und dem GHI lassen durchblicken, dass die Gen Z, die nicht mehr liest, sie zwingt, seit 2024 Scharen von Journalisten zu entlassen.
So stirbt der unabhängige Journalismus, schreit der GHI in seinen Qualen! Tatsächlich hatte ihre hart erkämpfte Werbefinanzierung das granitene Fundament ihrer glorreichen Unabhängigkeit gebildet, oder das behaupten sie zumindest in einem ihrer Artikel, der sich gemütlich zwischen einer Anzeige der SVP und einem Inserat für Mikrowellen eingeklemmt hat. Diese Werbeeinahmen sind mittlerweile in den Händen einiger Digitalmonopole (Google, Meta) konzentriert und fallen beim GHI weg, der sich beeilt und versucht seine Unabhängigkeit an den Meistbietenden zu verhökern.
Alle diese Herren begreifen nicht, dass was auf ihre Köpfe einschlägt, neben diesen Monopolen, nicht der Blitz der Gen Z, sondern ihr eigener ideologischer Bankrott ist. Dieselbe Gen Z, die sich von ihren Papierzeitungen abwendet, stürzt sich in die Klassiker der Literatur, wie es der Anstieg der erklärten Leser oder die unzählbaren Literaturgemeinschaften, die auf TikTok aufkommen, zeigt. Wir müssen zur Schlussfolgerung kommen, dass diese Generation weder nach Print noch Digital sucht, sondern nach Ideen, einem Inhalt.
Zahlreiche Zeitungen schaffen es, sich zu erhalten oder zu wachsen, genau weil sie etwas zu sagen haben (Le Monde diplomatique, Financial Times, The Onion, Der Kommunist). Aber wozu 20 Minuten Lesen, wenn darin nur die schlimmsten reaktionären Tiraden zu finden sind, nur unterbrochen von seitenweiser Werbung? Es gibt schon genug Slop im Internet! Die bürgerliche Presse hat nicht mehr zu bieten als der Kapitalismus als Ganzes, nichts als Niedergang, Misere und kulturelle Leere. Mitten in der Krise sucht die Jugend nach scharfen Ideen, um die Geburt einer neuen Welt voranzutreiben.
Einzig die Arbeiterklasse kann heute einen Weg nach vorne zeigen. Sie ist es, die geopfert wird, um die Kapitalisten vor ihrer eigenen Krise zu retten, bis hin zu den heutigen Entlassungen im Journalismus. Sie ist die Einzige, die auf der anderen Seite ein Interesse daran hat, den Kapitalismus zu stürzen und das Fundament für eine freie Entfaltung der Kultur, fern der Profitinteressen, zu legen. Gewappnet mit wirklich unabhängigen Finanztraditionen, das heisst finanziert durch Sympathisanten und Leser, ist es sie, die ab heute eine Presse bieten kann mit Ideen, für die es sich lohnt zu kämpfen.
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Europa — von Alexandra Sablina, marxist.com — 18. 10. 2026
Kunst & Kultur — von Jessica, Lehrerin in Biel — 16. 10. 2026
Berichte & Rezensionen — von Revolutionäre Kommunistische Partei — 14. 10. 2026
Philosophie — von Dersu Heri, Redaktion — 12. 10. 2026