Über 150 Kommunisten versammelten sich Anfang August im Wallis, um sich eine Woche im Marxismus zu vertiefen. Insgesamt nahmen an der weltweit gestreamten School of Communism 2026 über 10’000 Personen aus 138 Ländern teil. 

«Wir haben jedes Recht, optimistisch zu sein» – Alan Woods

Mit diesen Worten verortete Alan Woods, führender Theoretiker der Revolutionären Kommunistischen Internationale (RKI), die Kommunisten in der Weltlage. Während alle anderen politischen Organisationen im Pessimismus versinken, schliessen wir aus unserer tiefgreifenden marxistischen Analyse die gegenteilige Schlussfolgerung. 

Wenn wir heute in die Welt schauen, sehen wir Krieg, Lebenskostenkrise, Inflation, Genozid und Unterdrückung. Doch diese barbarischen Auswüchse des Kapitalismus haben eine dialektische Kehrseite: In Spanien legen massive Streiks ganze Industriezweige lahm. In Indien haben die «Cockroaches» massiver Repression getrotzt und den verhassten Bildungsminister zum Rücktritt gezwungen. Und die mehrwöchige Massenbewegung im von Pakistan verwalteten Asad Kaschmir hat das Potenzial zur Machtübernahme. 

Drei Umstände treiben die Revolution in Asad Kaschmir voran: untragbare Lebens- und Energiekosten, Staatsrepression und Delegitimierung aller politischen Parteien. Diese reifen überall heran. Und ähnliche Umstände führen zu ähnlichen Konsequenzen. Was heute in Asad Kaschmir passiert, steht allen Ländern bevor.

Jede Massenbewegung steht und fällt mit ihrer Führung. In Asad Kaschmir versucht diese, den brutalen pakistanischen Staat mit Pazifismus zu besänftigen, statt zur Machtübernahme und zur Bewaffnung der revolutionären Massen aufzurufen.

Auch hier ist Asad Kaschmir keine Ausnahme. Alle jetzigen Führungen der Arbeiterklasse wollen Kämpfe vermeiden und entschärfen, statt sie offensiv zu führen. Denn der Reformismus ist unfähig, mit dem Kapitalismus zu brechen. 

Deshalb müssen wir heute eine kommunistische Weltpartei aufbauen, damit Kämpfe bis hin zu Revolutionen wie in Asad Kaschmir siegen können. 

Die RKI: unsere grösste Stärke

Die Bedingungen dafür sind hervorragend. In einem ersten Teil der Jugend feiern die Ideen des Kommunismus ihr Comeback. In den USA sympathisieren 38% der unter 30-Jährigen mit dem Kommunismus (Cato-Umfrage). 

Auf dieser Grundlage hat die RKI ihre Mitglieder in drei Jahren verdoppelt und steht nun kurz vor den 10’000 organisierten Kommunisten. In einigen Ländern beginnen wir, zu einem Referenzpunkt zu werden. Unser kanadischer Podcast zum Beispiel ist die Nummer eins unter den linken Podcasts in Kanada.

Da der Kapitalismus ein weltweites System ist, kann er nur weltweit besiegt werden. Deshalb ist die RKP Teil einer Internationalen. 

Events wie die World School of Communism, mit grossartigen Inputs der besten Marxisten der Welt, wären ohne die RKI nicht möglich. Sie ist unsere grösste Stärke. 

Deshalb sind wir stolz darauf, als Schweizer Sektion eine Spende von über 100’000 Franken für die Internationale erreicht zu haben! Mit diesem Geld investieren wir in die Zukunft. Denn dank der RKI können sich Tausende Kommunisten die Ideen aneignen, die es braucht, um den Kapitalismus zu überwinden.

Die Macht der Ideen

Die Breite des Marxismus zeigte sich in der Vielfalt der Themen der Weltschule: «Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg», «In Verteidigung der Kubanischen Revolution», «Schostakowitsch: Die musikalische Stimme der russischen Revolution», und viele weitere.

Auf die Frage «Welche Session war dein Highlight?» konnte kaum ein Teilnehmer antworten. Denn alle Sessions waren voll mit neuen Erkenntnissen! 

Im Referat zu Philosophie und Wissenschaft wurde klar, dass die neueren Entdeckungen die Dialektik beweisen. Die Natur ist kein statisches Ding wie bei Newton, sondern ein unendlicher Prozess. Doch die vorherrschende Auffassung der Natur ist eine mechanische und mystische, was der Philosophie und den Interessen der Bourgeoisie entspricht. Darum braucht es, wie ETH-Studentin Clara sagte, «eine soziale Revolution für revolutionäre Durchbrüche in den Wissenschaften.»

Remo sagt nach der Session zu In Verteidigung der Aufklärung: «Schon die Aufklärer haben begriffen: Wer die Welt verändern will, der muss sie verstehen. Deshalb nahmen Marx und Engels von den Giganten vor ihnen – von Rousseau, Spinoza, von Hegel – die besten Ideen und fusionierten sie zu einer sehr mächtigen Waffe, um nicht mehr den Feudalismus, sondern den Kapitalismus zu besiegen.» 

Die Session Marxismus und Kunst hat gezeigt: Menschen haben schon immer Kunst gelebt, von Höhlenmalereien bis zu Konzerten heute. Sie ist Teil des Menschseins. Aber seit der Antike ist Kunst primär der herrschenden Klasse vorbehalten. So auch heute: Kapitalisten horten die kulturellen Schätze und machen Milliarden durch Spekulation damit, während Milliarden keinen Zugang haben. Die Lohn-Sklaverei das Ausleben unserer künstlerischer Ader. Wer hat nach einem harten Arbeitstag noch Energie, sich in Literatur zu vertiefen? 

Beim Kampf für den Kommunismus geht es um viel mehr als nur «Brot-Fragen». Es geht um die Verwirklichung des menschlichen Potenzials.

Wir brennen für Theorie

Am Camp haben wir über 250 marxistische Bücher und Broschüren verkauft, fast zwei Stück pro Teilnehmer. Kein Wunder: Nach jeder Session hatte man das Verlangen, noch tiefer in die Materie einzutauchen. 

Der Verlag unserer Internationalen, Wellred Books, hat im ersten Halbjahr 2026 schon fast gleich viele Bücher (26’000 Stück) verkauft, wie im ganzen letzten Jahr. 

«Die Jugend von heute ist nur noch auf Tiktok und liest nicht mehr», sagen die Bürgerlichen. Das stimmt nicht. Wir haben nicht aufgehört, zu lesen. Wir sind nur müde, immer die gleichen kapitalistischen Lügen zu lesen. Für marxistische Ideen macht sich ein unstillbarer Hunger in unseren Rängen breit.

Neumitglied Lara sagt: «All die Themen der obligatorischen Schule verstehe ich plötzlich in einem ganz anderen Licht. Ich habe jetzt ein Feuer in mir, um mein Wissen zu erweitern. Ich sehe, wie ich zu blühen beginne.»

Inspirierend zu sehen war auch, dass nach einem ganzen Tag Sessions die Genossen bis tief in den Abend hinein weiter politisch diskutierten. Nic sagt zu seiner ersten Camp-Teilnahme: «Klar, die Referate selbst waren geil. Aber noch besser war es, zusammenzukommen und sich mit so vielen anderen auszutauschen.» 

Die Zukunft gehört uns

Man spürte den revolutionären Enthusiasmus von Morgen bis Abend. Auch während unseres Kulturprogramms, bei dem Genossen Arbeiterlieder sangen, teils auch neu komponierte – oder berührende Gedichte vortrugen, die viele im Publikum emotional werden liessen. 

Selbst während des Tischtennis-Spiels sangen wir Arbeiterlieder. Und wer ausschied, landete oft direkt in einem politischen Gespräch.

Die Stimmung im Camp war optimistisch, glücklich, befreit vom Druck des kapitalistischen Alltags. Es war das bisher grösste und qualitativ beste Sommercamp der RKP. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass wir als neue Menschen nach Hause gingen.

Lara meint rückblickend: «Freunde, das war die schönste Woche meines Lebens. Mein Pessimismus ist fort. Ich bin nicht mehr traurig. Alles, was ich möchte, ist alles in meiner Macht zu tun, damit diese Welt uns näher rückt. Ich sehe, was uns bevorsteht und dass wir unser Ziel einer erfolgreichen Revolution nur erreichen werden, wenn sich jeder seiner Aufgabe bewusst ist.» 

Genossen, unsere Zeit bricht an. Lasst uns mit aller Kraft darauf hinarbeiten, denn die Zukunft gehört uns.