Ort: Casa d’Italia, Bühlstrasse 57, 3012 Bern

Überall herrschen Krise, Instabilität und Kriege. Die nackten Profitinteressen der Bourgeoisie kommen immer offener zum Vorschein und die Arbeiterklasse beginnt in den Kampf zu treten. Doch wo bleibt die traditionelle Linke?

Trotzki schrieb 1938, dass die Krise der Menschheit zurückzuführen ist, auf die Krise der proletarischen Führung. Das ist genau das, was wir heute beobachten können. Während der Kapitalismus am Beginn seiner tiefsten Krise steht und die Arbeiterklasse beginnt sich zu bewegen (Generalstreik in Minneapolis, in Italien für Palästina, Streikbewegung im Waadtland, etc.) steckt die momentane Führung der Arbeiterklasse den Kopf in den Sand, warnt vor dem Faschismus und wird zum Verteidiger der alten, «Regelbasierten und auf dem Völkerrecht fussenden Weltordnung». Was wir heute sehen, ist dass die Krise des Kapitalismus auch die Krise des Reformismus ist. Innerhalb dieses Systems sind keine Verbesserungen mehr möglich, im Gegenteil: Die Kapitalisten sind nicht mehr bereit für Zugeständnisse, vielmehr greifen sie die Arbeiterklasse immer härter an. Doch die Arbeiterklasse steht diesen Angriffen der herrschenden Klasse schutzlos gegenüber und die traditionellen linken Organisationen entblössen sich zunehmend als Stütze des kaputten Systems. In den Worten von Mattea Meyer (Führung SP): «Wir bewegen uns tatsächlich in einem Dilemma. Doch wenn wir die bürgerlichen Freiheiten, Werte und Institutionen nicht verteidigen, dann macht es niemand. Mit dem Kollaps dieser Ordnung würde es noch schlimmer.» Anstatt aufzuzeigen, dass diese alte Ordnung, den westlichen Imperialisten (allen voran dem US-Imperialismus) diente und die einzige Antwort auf ihren Zerfall die Revolution durch die Arbeiterklasse sein kann, schüren sie Illusionen ins System und verteidigen diese alte, sterbende Ordnung.

Dahinter steckt nicht individuelles Versagen, sondern vielmehr das Wesen des Reformismus selbst: Die Unfähigkeit und Unwilligkeit, wirklich den Kapitalismus zu überwinden. Doch das ist für Massen noch lange nicht offensichtig. Sie wollen einfach ein würdiges Leben führen können und suchen Antworten auf ihre drängendsten Probleme. In diesem Kampf werden sie in Zukunft noch viele verschiedene Organisationen und Parteien auf die Probe stellen. Unsere drängendste Aufgabe als Kommunisten heute ist es, uns zu organisieren und uns in diesen Fragen auszubilden, um morgen fähig zu sein, die drängendsten Fragen im Klassenkampf mit der Notwendigkeit des Sozialismus zu verbinden. So können wir die Barbarei der Klassengesellschaft ein für alle Mal hinter uns lassen!

Vorbereitungsmaterial:
– IDOM Nr. 17 zum Reformismus